Madrigalchor

Die Piraten von Penzance


Satirischer Augen- und Ohrenschmaus

 

Brackenheim  Letzte Proben für die Aufführung der komischen Operette "Piraten von Penzance"

  

 

Dynamik pur: Mit lautem Rasseln stürzen die Piraten auf die Bühne, nehmen mit gezückten Säbeln die feinen Damen gefangen. Heiraten möchten sie die erschrockenen Töchter des Generalmajors Stanley. Doch dieser kann das Vorhaben gerade noch abwenden. "Ich bin eine Waise", gibt er vor, und die hartgesottenen Seeräuber schmelzen vor Mitleid dahin. Regisseurin Lisa Burger ist auch mit dieser Szene vollauf zufrieden: "Es läuft unglaublich gut. Jedes Stück hat echt gut geklappt." Nach einer intensiven Probe im Brackenheimer Bürgerzentrum freut sie sich auf das kommende Wochenende. Dann kommt es zur Aufführung der komischen Operette "Die Piraten von Penzance".

Temporeich Viel Bewegung, spritzig-witzige Dialoge, dazu temporeiche Musikstücke versprechen zwei unterhaltsame Abende. Außerdem prachtvolle Kostüme, die von den Mitgliedern des Madrigalchors Vollmer nach einem eigens dafür veranstalteten Workshop selbst angefertigt wurden. Aufwändige Kulissen sorgen darüber hinaus ebenfalls dafür, dass das Werk nicht nur zum Ohren- sondern auch zum Augenschmaus wird. "Wir alle haben viel Arbeit 'reingesteckt. Deshalb freuen wir uns, dass die Premiere fast ausverkauft ist", so Lisa Burger, die in München Theaterwissenschaften studiert. Vor allem weiß sie die Leistungen der Chormitglieder zu schätzen. "Das Stück ist sehr anspruchsvoll. Neben dem Singen muss auch das Schauspielern und die Choreographie geübt werden. Außerdem haben die Darsteller viel Text mit wenigen Wiederholungen zu lernen."

Missverständnisse Doch das scheint nicht weiter problematisch zu sein: Solisten und Sänger haben offensichtlich viel Spaß an der Operette, müssen während der Proben selbst über so manches Missverständnis in der Handlung lachen. So etwa über das, worauf der Zweiakter gründet: Wegen eines Hörfehlers von Kindermädchen Ruth wurde der Protagonist Frederic statt auf eine private auf eine Piratenschule geschickt. Als Sklave der Pflicht blieb er mit Ruth 13 Jahre lang tapfer auf dem Schiff der Seeräuber, dann nehmen die Verwicklungen ihren äußerst spaßigen und musikalisch ausgefeilten Verlauf: Die schöne Mabel kommt ins Spiel, ebenso die Piraten selbst und auch die Polizisten, die statt zu kämpfen eigentlich eher Tanz und Gesang zugeneigt sind.

Intelligent Um eine intelligente Satire handele es sich bei den "Piraten von Penzance", die das England in der viktorianischen Zeit und seine lähmenden Beamten auf's Korn nehme und auf Missstände aufmerksam mache. "Man hält sich den Bauch vor Lachen. Dennoch ist die Operette kein Schenkelklopfer", so Carl Burger. Zufrieden mit den Proben ist der Gesamtleiter und Leiter des Orchesters Camerata Juvenalis, das das Großprojekt gemeinsam mit Solisten der Musikhochschule Stuttgart und dem Madrigalchor Vollmer aufführt. "Wir freuen uns schon. Bis jetzt klappt alles bestens." Seit Ende Februar laufen die Vorbereitungen mit vielen Einzelproben vor allem für die männlichen Sänger, die sich darstellerisch in Piraten und Polizisten verwandeln. Die Rollen seien sehr anspruchsvoll, zudem stehe der Chor als Hauptakteur praktisch die ganze Zeit auf der Bühne, erklärt Werner Treuer. Der  Vorsitzender des Zabergäusängerbundes und Leiter des Madrigalchors Vollmer: "Neben verschiedenen anderen Auftritten der Chormitglieder bildet das Werk unseren musikalischen Höhepunkt in diesem Jahr."

  

Kartenvorverkauf

Die Operette "Die Piraten von Penzance" mit Musik von Arthur Sullivan und Texten von W. S. Gilbert wird am 23. und 24. November 2013 jeweils um 18 Uhr im Bürgerzenrum Brackenheim aufgeführt. Karten werden auf Wunsch nach Hause geliefert und können per Mail bei w.treuer@t-online.de, telefonisch unter 07046-6144 oder bei den Sängerinnen und Sängern bestellt werden. khat